Hintergrund

Der Weinbau in Steillagen hat das Landschaftsbild in vielen wärmebegünstigten Regionen Deutschlands über Jahrhunderte geprägt und führte zu abwechslungsreichen Kulturlandschaften. Allerdings ist die Bewirtschaftung der heutzutage meist in Falllinie angelegten Weinberge sehr arbeitsintensiv, was vor dem Hintergrund sich verteuernder Produktionskosten oft nicht mehr tragfähig ist. Die vielen Weinbergsbrachen im Mitterheintal und an der Mosel machen das Dilemma deutlich.

Als Lösungsansatz untersuchen wir im Projekt BioQuiS die Querterrassierung im Steillagenweinbau. Das im Januar 2018 begonnene Projekt ist auf drei Jahre angelegt und wird von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt gefördert. Die Zeilen und Gassen werden bei der Querterrassierung hangparallel angeordnet und können wesentlich einfacher bewirtschaftet werden. Neben der arbeitssparenden Bewirtschaftung mit normalen Schmalspurschleppern haben Querterrassen-Weinberge aber auch einen ökologischen Vorteil. Ein Teil des Weinbergs besteht aus Böschungen, die der direkten Bewirtschaftung entzogen sind und ein großes Potenzial für den Naturschutz bieten. Es gibt allerdings noch zahlreiche offene Fragen zur Querterrassierung, die z.B. weinbauliche Aspekte, die Erstbegrünung, den Erosionsschutz, Böschungspflege, sowie Biodiversitäts- und rechtliche Aspekte betreffen. Diese Fragestellungen stehen im Mittelpunkt der Forschung und Umsetzung.